Welche Verantwortung haben wir als Blogger?

Einen Blog zu führen, klingt erstmal nach unglaublich viel Freiheit: niemand schreibt dir vor, was du wann veröffentlichst! Du kannst posten, was du willst, ohne dass du erst einen Buchvertrag ergattern musst oder einen Chefredakteur vor deiner Nase zu sitzen hast.
Heißt das also, dass du (im Rahmen der Gesetze) wirklich tun und lassen kannst, was du willst?

Nope.

Einen Haken – oder ein Häkchen – hat das Ganze nämlich: als Blogger kommt uns eine verdammte Menge Verantwortung zu.

Wieso Bloggen Verantwortung bedeutet

So ein Blog ist ein absolut großartiges Medium: quasi kostenlos und mit einer einfach zu bedienenden Blogsoftware kannst du damit eine riesige Anzahl von Menschen erreichen. Du teilst deine Ansichten hier nicht nur mit zwanzig, dreißig Bekannten, sondern theoretisch mit der gesamten Welt. Stell dir allein mal vor, wie viele Menschen du tagtäglich in der Stadt siehst – und die alle könnten deinen Blog lesen. Wow!

Klar: wie viele Menschen deinen Blog tatsächlich lesen, hängt natürlich vom Bekanntheitsgrad deines Blogs ab. Aber eines haben alle Blogs gemeinsam: du weißt nie, wie viele Menschen deinen Beitrag einmal lesen werden und wer das sein wird. Auch wenn du aktuell vielleicht nur drei, vier Leser am Tag hast – vielleicht sieht das in einem Jahr ganz anders aus und du hast täglich Tausende von Seitenaufrufen. Du kannst nicht vorhersehen, wer deinen Blog beim Googeln oder durch eine Verlinkung vielleicht einmal entdeckt.

Du weißt nie, wie viele Menschen deinen Beitrag einmal lesen werden und wer das sein wird. #bloggen Klick um zu Tweeten

Was du schreibst, wird nicht einfach nur gelesen. Es beeinflusst deine Leser natürlich auch zu einem gewissen Grad und kann Auswirkungen auf ihr Handeln und Tun haben. Und hier wird’s spannend.

Verantwortung gegenüber deinen Lesern

Vor der Anschaffung eines teureren Produkts googelt auch du vermutlich erst einmal nach Bewertungen und Tests. Wenn das Produkt in einem offenkundig fundierten Produkttest verrissen wird – wie wahrscheinlich ist es, dass du es dir trotzdem kaufen wirst? Und ist es dir nicht auch schon einmal passiert, dass du erst durch einen Blogeintrag auf irgendein Produkt aufmerksam geworden bist, was du dir dann ebenfalls zugelegt hast?

Was du in deinem Blog über ein Produkt schreibst, kann also beeinflussen, wofür andere Menschen ihr Geld ausgeben und womit sie ihre Zeit verbringen. Und du möchtest doch nicht irgendetwas wider besseren Wissens in den höchsten Tönen loben, wenn du schon ahnst, dass es deine Leser eigentlich frustrieren und verärgern wird?

Je mehr deine Leser dir vertrauen, desto mehr geben sie auf deine Meinung. Ebenso, wie uns das Urteil einer Freundin wichtiger ist als das irgendeines Fremden auf der Straße.
Missbrauche dieses Vertrauen nicht! Belüge deine Leser nicht – bleib ehrlich. Sonst war es das dann auch bald mit deiner Glaubwürdigkeit… und die ist mit dein wichtigstes Kapital als Blogger.

In diesem Zusammenhang finde ich den Code of Ethics for Bloggers, Social Media and Content Creators übrigens sehr interessant, der in Anlehnung an den norwegischen Pressekodex entstanden ist.

Blogger als Vorbild

Je nachdem, in welcher Sparte du dich mit deinem Blog bewegst, kommt dir außerdem eine gewisse Vorbildfunktion zu.
Ein klassisches Beispiel sind Fashionblogs – oft wird hier eine glitzernde Luxuswelt vorgelebt, die aus Reisen um die ganze Welt zu bestehen scheint, von einem glamourösen Event zum nächsten. Gerade bei jüngeren Lesern entsteht da schnell der Eindruck, dass so ein teurer Lifestyle vollkommen normal ist. Wenn Hunderte von Modebloggern offensichtlich im Wochentakt shoppen gehen und immer neue sündhaft teure Designerartikel in die Kamera halten, dann braucht man das wohl, um „dazuzugehören“?

Melli von Pinkpetzie hat da neulich einen lesenswerten Artikel geschrieben, auf den ich bei der Recherche zu diesem Beitrag gestoßen bin:

Und was ist eigentlich mit unserer Verantwortung als Personen, die jeden Tag hunderte und tausende Leser mit Informationen, Geschichten und Bildern versorgen? […] Müssen wir nicht wenigstens hin und wieder daran erinnern, dass es eben nicht normal ist, ein Dutzend Designer Handtaschen zu Hause zu haben und jedes Jahr gleich mehrmals um die Welt zu fliegen, um an den schönsten Stränden dieser Welt am Tan zu arbeiten?

Wahre Worte.

Verantwortung gegenüber denen, über die du schreibst

Gerade in persönlicheren Blogs, die einen gewissen Tagebuchcharakter haben, werden auch gerne mal Freunde und Familie erwähnt. Ich finde das immer grenzwertig, vor allem, wenn Vornamen ausgeschrieben und Fotos gezeigt werden.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber: selbst facebook bietet letztlich bessere Privatsphäreeinstellungen als ein Blog. Von wenigen geschützten Blogs einmal abgesehen, sind die Dinger halt so öffentlich wie eine Zeitschrift. Hier gibt es kein Freigabekonzept, wer was sehen darf, keine Freundeskreise und Gruppen. Aber anders als bei einer Zeitschrift, die nach ein paar Wochen höchstwahrscheinlich im Papiermüll landet und nie mehr gelesen wird, fördert die Google-Suche zuverlässig auch mehrere Jahre alte Artikel zu Tage.

Daher entscheidest du bei einem solchen Blogeintrag nicht nur für dich selber, ob es in Ordnung ist, bestimmte Dinge öffentlich zu machen – sondern auch für deine Freunde, deine Kinder und so weiter. Die Frage, ob und wie Kinderfotos in einem Blog gepostet werden sollten, wurde ja schon oft diskutiert.
Wie auch immer du dich hier entscheidest – dir muss klar sein, dass du hier Verantwortung für andere Menschen übernimmst. Im Zweifelsfall solltest du also lieber einmal nachfragen, ehe du das letzte Wochenende mit deiner Clique en detail schilderst.

Verantwortung gegenüber anderen Bloggern

Wie das halt so ist: bei fast allem, was wir tun, repräsentieren wir eine bestimmte Gruppe von Menschen – ob wir wollen oder nicht. Wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin, bin ich für Autofahrer „eine von diesen Rennradfahrern“. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, bin ich umgekehrt für Rennradfahrer „eine von diesen Autofahrern“.

Und ebenso verhält es sich mit dem Bloggen. Auch wenn es mittlerweile wirklich verdammt viele Blogs gibt – die meisten Menschen in meinem Bekanntenkreis führen keines. Hier bin ich dann „eine von diesen Bloggern“.

Es gibt da draußen eine ganze Menge Vorurteile über Blogger (Andrea von andysparkles hat davon zum Beispiel mal eine Liste zusammengetragen) – es liegt an dir, mit jedem einzelnen deiner Beiträge diese Klischees entweder zu bestätigen oder eben zu widerlegen.

Das kommt etwa zum Tragen, wenn es um das Thema Kooperationen geht: es ist zum Mäusemelken, dass auch heute noch so unglaublich viele Agenturen und Unternehmen versuchen, Blogger zu, pardon, verarschen – O-Ton: „Link auf dofollow und nicht als Werbung kennzeichnen, merkt doch eh keiner“.
Wir alle kennen diese Anfragen. Anfragen, die Blogger gegen ein paar Euro dazu verleiten sollen, gegen die deutsche Rechtssprechung zu verstoßen (Stichwort Schleichwerbung) und zu riskieren, von Google abgestraft zu werden. Ganz abgesehen vom Beschiss der Leser, wenn irgendwelche Produkte „zufällig“ gekauft wurden und natürlich sooo toll sind, siehe oben.

Würden alle Blogger an einem Strang ziehen und solche unseriösen Kooperationsanfragen konsequent ablehnen, gäbe es sie nicht mehr. Leider lassen sich aber immer noch genügend naive Blogger darauf ein… und das fällt auf alle anderen Blogger zurück.

Oh, und: Verantwortung gegenüber dir selbst

Zu guter Letzt: auch uns selbst gegenüber tragen wir eine gewisse Verantwortung.

Dein Blog ist dein Aushängeschild. Das, was du dort schreibst, prägt das Bild, das andere von dir haben. Dass du dir deswegen gut überlegen solltest, was aus deinem Leben du hier preisgibst und was nicht, ist klar.

Aber was bei der Jagd nach mehr Klicks und mehr Followern nur zu gerne mal untergeht: dein Blog mag ein Teil deines Lebens sein, ein wichtiger Teil. Ja. Aber er ist eben nur ein Teil. Ich habe mich vor einigen Jahren selber dabei ertappt, wie ich irgendwann bei allem, was ich so tat und erlebte, immer im Hinterkopf hatte, wie es sich wohl „verbloggen“ ließe. Ausflüge, neu ausprobierte Rezepte, Neuanschaffungen, whatsover. Hauptsache, Tag für Tag ging ein neuer Artikel raus.
Während des Studiums war das okay. Aber ich habe diese Frequenz auch beibehalten, nachdem ich einen Vollzeitjob angenommen habe, das Hundetier in die Familie kam, wir mit unserem Projekt Hausbau begonnen, letztes Jahr mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt waren und, und, und.

Dass das unglaublich anstrengend war, muss ich dir nicht sagen, oder? Und obwohl ich ein bekennender Workaholic bin, habe ich mich da selber so unter Druck gesetzt, dass ich fast die Lust am Bloggen verloren hätte. Es hat sehr gut getan, da einmal entschieden „Stop“ zu sagen:

Ich muss nicht vom Bloggen leben, und wenn meine Zugriffszahlen nicht beständig um 10% anwachsen, geht die Welt davon nicht unter. Es ist okay, nicht jeden Tag die Statistiken in Google Analytics zu checken.

Nach wie vor blogge ich verdammt gern und mit jede Menge Herzblut, und wenn ich eure ganzen großartigen Kommentare lese, haut es mich regelmäßig vom Hocker, weil ihr der absolute Wahnsinn seid.
Ja, ich hatte Angst, das auf’s Spiel zu setzen. Die simple Formel „Mehr Posts = mehr Klicks = mehr potentielle Kommentare“ klingt ja sehr einleuchtend, und welchen Blogger deprimiert es nicht, wenn der Kommentarzähler bei 0 stehenbleibt?

Aber siehe da… auch wenn ich seit einigen Monaten nicht mehr fast täglich poste, sondern nur etwa zwei- bis dreimal pro Woche, sind die Statistiken nicht eingebrochen. Ganz im Gegenteil, die einzelnen Artikel werden sogar eher häufiger gelesen als früher (klar, sie gehen halt auch nicht mehr so schnell in der Flut der neuen Beiträge unter). Danke dafür! 🙂

Den Blog zugunsten des guten alten Real Lifes im Zweifelsfall auch einfach mal Blog sein zu lassen, war eine verdammt gute Entscheidung. In diesem Punkt haben wir alle die Verantwortung für uns selber inne.

Fazit

Uff – so verdammt viel Verantwortung! Sind deine Schultern unter dieser Bürde gerade ein paar Zentimeter nach unten gesackt?

Dann lass es uns andersherum betrachten: diese ganze Verantwortung ist nichts Unangenehmes, sondern eine unglaubliche Chance. Sie ist der Beweis dafür, dass Blogs ein verdammt starkes Medium sind und dass du hier wirklich etwas bewegen kannst. Aufträge, die du nur dank deines Blogs bekommen hast; Freundschaften, die du über das Bloggen geschlossen hast, spannende Diskussionen, die du auf Blogs geführt hast, … hier steckt jede Menge Potential drin. Nutze es, und nutze es klug! 🙂

Wie siehst du das – haben Blogger diese ganze Verantwortung?
Oder kommt es auf die Größe und Sparte eines Blogs an?

    Kommentare

  1. Kato am 5. November 2016 um 15:30:

    Liebe Anne,
    ich bin ganz bei dir und halte Verantwortung für ein sehr wichtiges Thema beim Bloggen. Ich würde mir wünschen, dass mehr darüber diskutiert wird als über Instagram- oder SEO-Tipps, mit denen sich die BloggerInnen gegenseitig überhäufen.
    Danke für den Hinweis zu dem Code of Ethics, der ist super spannend.
    Viele Grüße

  2. Franzy vom Schlüssel zum Glück am 5. November 2016 um 23:22:

    Ein wirklich schöner Beitrag!
    Ich muss aber auch sagen, dass ein Blogg auch davon lebt, dass man eben auch ein bisschen was über sich und das eigene Leben erzählt.
    Ich denke eine gesunde Mischung aus Anonymität und Offenheit ist hier wichtig.
    Die Verantwortung die wir tragen natürlich immer im Hinterkopf!

    Viele liebe Grüße

    Franzy

  3. Maria von marygoesround.de am 6. November 2016 um 9:35:

    Ein toller Beitrag!
    Und in ganz vielem habe auch ich mich wiedererkannt. Zum Beispiel hatte ich auch schon solche Kooperationsanfragen, die gerne dofollow-Links in meinen Beiträgen haben wollten. Und ich gestehe, ich bin ein bisschen stolz, dass ich dankend abgelehnt habe. 🙂

    Vor einiger Zeit – ich glaube es sind jetzt gut zwei Jahre – habe ich mich außerdem dazu entschieden, mein Blogkonzept komplett zu ändern. In erster Linie, weil ich 2014 aus meinem Hobby einen Beruf gemacht habe und zum anderen, weil ich das Privatleben komplett von der Webseite entfernt habe. Die einizigen Ausnahmen sind unser Trauringkurs, den wir 2011 belegt haben und unsere eigene Hochzeitspapeterie, weil es einfach immer noch perfekt zum Blogthema passt.
    Die Prioritäten und auch die Themen haben sich geändert und da war es auch egal, dass ich gut 150 gut gerankte Blogbeiträge mit einem Mausklick gelöscht habe. Das tat gut!

    Viele Grüße
    Maria

  4. Lexa am 6. November 2016 um 12:07:

    Hallo,
    mal wieder gebe ich dir recht.
    Meiner Meinung nach hat jeder Blogger diese Verantwortung, egal, wie klein der Blog (noch) ist. Denn theoretisch kann jeder Blog mal richtig bekannt werden und dann sehr, sehr viele Menschen erreichen… Und die alten Beiträge, die, aus der Zeit, als eigentlich niemand mitlas, sind dann ja immer noch da.
    Deswegen sollte man immer gut abwägen, was man über sich preisgibt und über andere im Zweifelsfall immer weniger, als der/diejenige einem erlaubt.

    Das man ehrlich sein sollte und wegen des Geldes nicht alles wahllos bewerben, das ist für mich sowieso klar. Aber wie du schon schreibst, viele (naive) Blogger lassen sich leider von (manchmal sehr wenig) Geld oder einem kostenlosen Produkt zu wahren Lobeshymnen hinreißen… Naja, das wird es auch weiterhin geben. Man kann nur mit gutem Beispiel vorangehen und immer wieder drauf aufmerksam machen, dass Werbung auch gekennzeichnet sein muss.

    LG Lexa

  5. Jenni am 7. November 2016 um 8:27:

    Liebe Anne!

    Ich stimme dir da in allen Punkten absolut zu!
    Gerade, wenn man mit dem Bloggen beginnt, weiß man gar nicht so richtig, wie viel Verantwortung man eigentlich hat und wo die Grenzen sind – sowohl für die Selbstschonung als auch bezüglich Privatsphäre-Fragen und anderen Dingen. Ich glaube, das zu lernen, ist natürlich ein schrittweiser Prozess, der nach und nach vollzogen wird und in dessem Fortschreiten wir als Veröffentlichende auch immer wieder vor der Aufgabe stehen, uns zu informieren und genau zu reflektieren über das, was wir eigentlich tun.

    Gerade bezüglich des Lifestyle haben wir eine große Verantwortung, finde ich. Das kommt vielleicht auch ein wenig daher, dass ich mich viel mit Nachhaltigkeit beschäftige – aber: Ich habe gemerkt, dass Blogs immer mehr Einfluss gewinnen (auch im Vergleich mit konventionellen Medien) und da die vorgelebte Realität schneller geglaubt und auf die eigenen Verhältnisse als Leser*in reflektiert wird. Dein Beispiel mit den Fashionbloggern ist da sehr wichtig – aber das kann auch in die andere Richtung gehen: Wenn man gerade über nachhaltige Themen schreibt, kann man auf diese Weise ebenfalls sehr viele Menschen erreichen – alles hat immer zwei Seiten, die wir nicht vergessen dürfen.

    Liebe Grüße
    Jenni

  6. Tabea am 7. November 2016 um 20:43:

    Liebe Anne, da hast du wirklich ein ganz wichtiges Thema angesprochen, was uns Bloggern meiner Meinung nach viel zu wenig im Bewusstsein ist.
    Erst vor kurzem kam ich mit einer anderen Bloggerin auf dieses Thema-… und wir mussten feststellen, dass Blogger und Youtuber viel zu viel Macht haben, da sie so sehr beeinflussen. Da kann es schon mal passieren, dass man mit seinem ungesunden (weil übertriebenen) Lebensstil andere mitreißt und somit gefährdet, ohne dass man was Böses tun wollte. Und manchmal wird man ja auch missverstanden…

    Dass du hier noch mal hervorheben musst, dass man ehrlich bleiben sollte, ist schon fast traurig. Eigentlich sollte das doch selbstverständlich sein, da wir ja auch alle erwarten, nur ehrlich gemeinte Bewertungen im Internet vorzufinden, wenn wir uns über ein Produkt informieren…

    Wenn ich aber ehrlich bin, dann schreibe ich auch über meine Familie und meine Bekannten/Freunde. Allerdings erwähne ich die Vornamen nur, wenn ich einen Erlaubnis dazu von der Person eingeholt habe und bin wirklich darauf bedacht, dass die Person dabei nicht in ein schlechtes Licht gerät. Oft lasse ich die Leute inzwischen sogar den Text vor der Veröffentlichung ein Mal lesen, damit ich sicher bin, dass er für sie in Ordnung ist. Denn Recht hast du: Die Informationen sind für jeden zugänglich und durch Google findet man ja echt alles…

    Über Blogger-Klischees habe ich mir bisher nur wenig Gedanken gemacht, da ich auch gar nicht in das Bild passe, was man von einem Blogger hat, glaube ich. Ich kaufe keine Produkte und schreibe über sie, ich gehe keine Kooperationen ein (weil ich keine angeboten bekomme), ich fotografiere nicht stundenlang mein Essen, ich poste keine Outfits, ich nutze Instagram und Facebook nicht… Achja, und auf coole Veranstaltungen gehe ich auch nicht.

    Dein Fazit gefällt mir echt gut – denn ich liebe es total, dass ich selbst mit meinem kleinen Blog ein paar Menschen erreichen kann – und so etwas Gutes tun kann, wenn ich z.B. nur ein oder zwei von der Organspende überzeugen kann, wie das letztens der Fall war.

    Also ich glaube, dass die Verantwortung zwar mit der Bloggröße steigt, aber generell ist sie schon permanent da, weswegen Ehrlichkeit und Schutz der Mitmenschen und ihrer Privatsphäre immer oben stehen müssen!

    Liebe Grüße

  7. P. Achim Tettschlag - PachT am 10. November 2016 um 7:11:

    “ Weil ich b l o g g e , bin ich doch nicht v e r r ü c k t .
    A B E R es ist ungemein h i l f r e i c h, um es nicht zu werden ! “
    ___
    [ Aus meinem Tagebuch – © PachT 2016 ]

  8. bknicole am 12. November 2016 um 15:28:

    Ein toller Beitrag, du hast einfach mit allem so recht und sprichst mir aus der Seele. Kann dir da in allen Punkten nur zustimmen. Ehrlichkeit ist etwas, was ich bei Bloggern sehr wichtig finde und darauf achte ich auch auf anderen Blogs. Ich finde das merkt man auch immer, ob ein Blogger nun ehrlich ist oder nicht. Zwischen den Zeilen kann man das immer irgendwie rauslesen oder auch anhand dessen, ob in einer Rezension auch irgendwann mal was angesprochen wurde, dass einem nicht gefallen hat. Wenn wirklich jedes Buch, jeder Film, jedes Produkt das man mal gelesen, gesehen oder testen durfte in den Himmel gelobt wird, ist das für mich immer etwas fragwürdig.

    Was ich aber immer richtig schlimm und auch nervend finde, ist das viele immer noch zu unseriösen Kooperationsbedingungen kooperieren. Das kann ich gar nicht nachvollziehen ,weil Gesetzgebung und auch Google Webmasterrichtlinien da eindeutig sind. Jedoch sorgen gerade diese Blogger dafür, dass sich bei den Bedingungen einfach nichts ändern wird. Wenn alle solche Angebote ablehnen, dann würde auch ein Umdenken stattfinden.

    Was Familien und Freunde anbelangt da finde ich definitiv, dass man als Blogger in der Pflicht ist, diese zu schützen. Ja bei mir gab es auch schon mal ein paar Bilder mit meiner Mum, aber das wurde vorher abgeklärt und sie hat ihr Einverständnis gegeben, genauso beläuft es sich mit Freunden. Sowas sind aber bei mir dann auch Ausnahmen und wirkklich nur mal ein paar wenige Bilder. Über private familiäre Angelegenheiten oder Dinge aus dem Freundeskreis schreibe ich auf meinem Blog überhaupt nicht, weil das einfach niemanden was angeht, welche Probleme es da gibt oder was da die Menschen da beschäftigt. Manche dinge sollten einfach privat bleiben und auch Streitigkeiten oder ähnliches haben nichts im Internet zu suchen. Gerade bei letzterem finde ich es immer erschreckend, wenn so viele solche Dinge offen in Facebook austragen. Kann ich nicht nachvollziehen.

    • Anne am 21. November 2016 um 7:04:

      Guten Morgen,

      jap, solche Blogs, die alles immer nur in den höchsten Tonen loben, kommen mir immer etwas spanisch vor. Selbst wenn keine Kooperation dahinterstecken sollte – das liest sich für mich dann immer noch sehr einseitig. Und so perfekt ist nichts, als dass es nicht doch immer die ein oder andere Verbesserungsmöglichkeit gäbe.

      Just dieser Tage habe ich mal wieder erlebt, dass etliche Blogger scheinbar auch überhaupt nicht wissen, wie die rechtlichen Vorgaben sowie die von Google für Kooperationen aussehen.
      Ich habe mit meinem anderen Blog mit einer Agentur zusammengearbeitet, die sich auch wirklich vorbildlich zeigten und zustimmten, dass ich den Beitrag entsprechend als Werbung kennzeichne und als nofollow verlinke. So weit, so gut.
      Zwei Tage später stolpere ich in einem themenverwandten Blog über einen Link zur gleichen Firma – es war schon offensichtlich, dass dahinter die selbe Agentur steckte. Aber dieser Beitrag war überhaupt nicht gekennzeichnet. Dem betreffenden Blogger würde ich keine Mutwilligkeit, sondern schlichtweg Unkenntnis unterstellen… dabei hätte ich eigentlich gedacht, dass sich sowas im Jahr 2016 mittlerweile dann doch mal rumgesprochen hat.

  9. Stöberrunde #10 | Fluchtpunkt Lesen am 18. November 2016 um 5:03:

    […] von Blogdings hat über die Verantwortung, die man als Blogger so trägt, nachgedacht – Verantwortung […]

  10. Meli am 18. November 2016 um 15:35:

    Liebe Anne,

    toller Beitrag! Werde jetzt öfter bei dir vorbeischauen. Die redest mir aus der Seele. Ich finde es auch extrem wichtig mal weiterzudenken. Was hat mein endloser, zuschau gestellter Konsum für eine Auswirkung auf die Leser? Finde es sehr wichtig auch mal tacheles zu sprechen in seinem Blog, so wie du das tust. Ich schriebe mir meine Meinung auch regelmäßig von der Seele. Man muss nicht alles neu, super teuer oder noch schlimmer, spottbillig kaufen. Einfach mal kreativ werden und die 500 Klamotten die man im Schrank liegen hat neu kombinieren. Ich folge in der Regel auch nur Blogs mit denen ich mich identifizieren kann. Keinen scheinbar pefekten, gut ausgeleuchteten Wannabemodels, die der Welt zeigen möchten wie perfekt und top gestylt sie jederzeit aussehen. Da kann ich mir auch eine Modezeitschrift kaufen 🙂

    Beste Grüße
    Meli
    http://www.happysnovi.com

  11. Aleshanee am 19. November 2016 um 8:43:

    Hi!

    Ich bin grad durch die Stöberrunde bei Fluchtpunkt lesen auf deinen Beitrag aufmerksam geworden und finde ihn klasse! Das sollten sich einige Mal zu Herzen nehmen!
    Toll geschrieben 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

  12. Sonnenuntergänge November - Habutschu! am 30. November 2016 um 7:47:

    […] habe ich auch wieder Posts über das Bloggen gefunden: Anne macht sich Gedanken darüber, welche Verantwortung wir durch dieses Hobby haben; Christina schreibt, warum der Blog wichtiger ist als der zugehörige Instagram-Account; Sonja […]

  13. […] Blogging & Organisation Verantwortung als Blogger? […]

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