Adieu Zettelchaos – dank Evernote

- zuletzt aktualisiert am 29. September 2016

So, heute kommt endlich der langersehnte Artikel über Evernote. 🙂

Was ist Evernote?

Davon gehört hast du vermutlich schon mal: Evernote * ist ein digitales Notizbuch, ein Tool zum Sammeln von Notizen und Dokumenten. Als „digital workspace“ bzw. den „Platz zum Arbeiten“ bezeichnet Evernote sich selbst dabei – der Fokus liegt also ganz klar auf Produktivität.

Denn natürlich läuft Evernote nicht nur als Programm auf dem Desktop-Rechner, sondern auch als App auf Smartphone & Tablet oder auch einfach im Browser. Das heißt: egal wo du bist, Evernote kannst du mitnehmen.

Wie benutze ich Evernote?

Ganz grundsätzlich kannst du beliebig viele Notizbücher anlegen, die wiederum einzelne Notizen enthalten.
Diese Notizen können sowohl normaler Text sein, als auch Fotos oder Webseiten… oder PDFs… oder Scans…  oder abfotografierte handschriftliche Notizen. Wie du Webseiten speicherst, verrate ich weiter unten. 🙂

Jede Notiz kannst du mit Schlagworten versehen, um sie besser wiederzufinden.

Die Benutzeroberfläche ist ziemlich clean und fokussiert dich auf das Wichtigste – die Notiz selber. Deshalb ist zum Beispiel in der Browser-Version ein Großteil der Formatierungsoptionen elegant ausgeblendet und wird nur bei Bedarf sichtbar.

Abgesehen von Auflistungszeichen formatiere ich meine Notizen aber nur selten. Wenn ich zum Beispiel Ideen für Blogartikel festhalte, füge ich die Zwischenüberschriften und Hervorhebungen erst später in WordPress selber ein.
(Kleiner Tipp: wenn du eine Notiz aus Evernote nach WordPress kopierst, wechsle zum Einfügen am besten in die „Text“-Ansicht. Andernfalls fügt Evernote um jeden Absatz unschöne div-Tags ein, die du nicht brauchst und die eventuell auch dein Layout zerschießen können.)

Am Anfang fand ich Evernote trotzdem etwas verwirrend – irgendwie legte ich ungewollt immer wieder leere Notizen an, und gerade wenn ich vom Smartphone aus etwas speicherte, vergaß ich das Einsortieren in das richtige Notizbuch oder dass ich der Notiz auch einen Titel geben sollte. Mittlerweile komme ich besser zurecht. 😉

Am praktischsten finde ich Evernote, um unterwegs Gedanken festzuhalten – beispielsweise Artikelideen, wenn ich gerade in der Bahn sitze.

Ein ganz entscheidender Vorteil von so einem digitalen Notizbuch ist es natürlich, von überall aus darauf zugreifen zu können und die Daten auf verschiedenen Geräten immer synchron zu halten. Allerdings habe ich immer mal wieder Probleme beim Synchronisieren, d.h. wenn ich in der App eine Notiz ergänze, taucht dieses Update ab und an auch nach mehrmaligem Aktualisieren nicht im Browser auf oder umgekehrt. Das Anlegen einer weiteren Notiz schubst das Ganze dann an. Kommt nicht allzu oft vor, wollte ich aber nicht unerwähnt lassen.

Das Look & Feel der einzelnen Evernote-Versionen unterscheidet sich übrigens relativ stark.
Zum Vergleich mal ein paar Screenshots:

Evernote Web

Evernote Web

Evernote unter OS X

Evernote unter OS X

Evernote unter Wndows

Evernote unter Windows

Die Oberfläche im Browser sowie auf dem iPhone finde ich persönlich ja am schicksten. 😉

Webseiten speichern mit dem Web Clipper

Im Chrome läuft bei mir die App Evernote Web Clipper – damit kann ich direkt vom Browser aus einzelne Abschnitte einer Webseite oder komplette Artikel speichern.
Unter anderem nutze ich das zum Sammeln der Empfehlungen für die #sonntagslektüre.

Mit dem Web Clipper kannst du einzelne Ausschnitte oder ganze Artikel speichern

Mit dem Web Clipper kannst du einzelne Ausschnitte oder ganze Artikel speichern

Auch auf Android- und iOS-Devices lassen sich mit dem Web Clipper Inhalte speichern. Wie genau das geht, erfährst du in dem entsprechenden Tutorial im Evernote-Blog. (In der Sektion „Tipps & Tricks“ finden sich dort übrigens wirklich eine ganze Menge hilfreicher Hinweise!)

Checklisten anlegen

Auch To Do-Listen zum Abhaken lassen sich mit Evernote erstellen. Ich persönlich verwende dafür lieber eine eigene App, nämlich Todoist – aber für einfache Listen oder wenn du gerne alles in einem einzigen Programm hast, reicht auch Evernote.

Darf’s ein bisschen mehr sein? – Templates

Wie gesagt, die Oberfläche zum Anlegen einer neuen Notiz ist sehr minimalistisch: wie ein leeres Blatt Papier.
Allerdings kannst du Templates nutzen, die recht ausgefeilt sein können. Beispielsweise stellt Evernote selber einen Kalender für 2015 bereit, in den du in die einzelnen Kästchen etwas eintragen kannst: Erfolgsplan 2015 mit Evernote

Und was kann Evernote sonst noch so?

Tatsächlich nutze ich selber gar nicht alle Features, die Evernote bietet. Die Erinnerungsfunktion von Notizen zum Beispiel, oder das Freigeben für andere Benutzer.

Den eigentlichen Funktionsumfang von Evernote kannst du mittlerweile mit einer beachtlichen Menge verwandter Apps erweitern – beispielsweise mit Evernote Food, mit dem sich Rezepte oder Restaurants finden und speichern lassen. Scannable finde ich persönlich sehr praktisch: damit „scannst“ du alle möglichen Varianten von Zetteln ein, beispielsweise handschriftliche Notizen, Kaufbelege oder Visitenkarten. Letztlich ist das natürlich nur ein Foto, aber eine Reihe von automatischen Verbesserungen erhöht die Qualität deutlich.
Insgesamt existieren alleine für das iPhone mehr als 100 Apps, die mehr oder weniger eng mit Evernote zusammenarbeiten.

Ob du diese ganzen Funktionen brauchst, hängt eben einfach davon ab, wofür du Evernote verwendest. Und ich finde es spannend, wie viele Möglichkeiten sich da bieten!

Katharina gibt zum Beispiel Tipps, wie du mit Evernote Zeit beim Bloggen sparen kannst.

Was kostet Evernote?

Die Basisversion ist kostenlos. Leider wurde der Funktionsumfang im Juni 2016 insofern beschnitten, als dass sich Evernote damit nur noch auf zwei Geräten nutzen lässt – also beispielsweise auf den stationären Computer sowie auf dem Smartphone.

Um mehr Geräte mit Evernote auszustatten, benötigst du Evernote Plus: für 3,99€ pro Monat kannst du beliebig viele Geräte synchronisieren und auch offline auf Notizen zugreifen, selbst wenn du mit dem Smartphone gerade in einem Funkloch gelandet bist.

Für 6,99€ € im Monat kannst du dann schließlich noch auf die Premium-Version upgraden, die neben den Plus-Features und mehr Speicherplatz unter anderem eine bessere Suchfunktion beinhaltet.


Verwendest du Evernote und wenn ja, wofür? Welche Tipps hast du da vielleicht?

    Kommentare

  1. Bee am 3. März 2015 um 21:31:

    Hallo Anne,

    Evernote kenne ich schon recht lange, ich benutze das als Redaktionstool, so können wir alle Dokumente ablegen und unsere To-Do-Listen abarbeiten. Ich kenne Evernote auch noch in einer deutlich „dünneren“ Version (vor ein paar Jahren), heutzutage ist das schon ein super Paket – auch das kostenlose.

    Liebe Grüße, Bee

  2. […] kam mir jedoch zuvor und hat die Tage einen ziemlich umfassenden Bericht dazu geschrieben. Adieu Zettelchaos – dank Evernote. (Vielleicht ergänze ich auf GGtB einfach ein paar Infos in 1-2 […]

  3. Danny am 4. März 2015 um 9:11:

    Ich benutze Evernote auch schon seit Jahren für alles mögliche und ich liebe es! Damit organisiere ich so gut meinen Alltag. Ob Blogideen, Einkaufslisten, Listen, wem ich noch Geld schulde usw. Einfach perfekt.
    „Früher“ (denke das war so vor etwa einem Jahr) gab es echt noch arg Probleme mit der Synchronisation unter meinen Geräten – oft hatte ich eine Notiz z. B. am Desktop angefangen, später auf dem Smartphone weiter geschrieben und am Ende ist Evernote überhaupt nicht klar gekommen und ich hatte zwei oder mehrere Versionen von der selben Notiz, verschieden aktuell, und musste mir das mühsam zusammen suchen, was jetzt aktuell ist und in welcher Notizversion es steckt. Aber ein Glück, dass dieses Problem inzwischen behoben ist, jedenfalls ist es mir schon lange nicht mehr aufgefallen.

    Was mich aktuell nervt: Immer, wenn ich mich bei Evernote Web anmelde, werde ich noch mal durch diese „Unsere neuen Funktionen“-Tour geführt – jedes verdammte Mal.

    Das mit den Extensions wusste ich noch gar nicht, cool! 🙂

  4. siebenkilopaket am 4. März 2015 um 19:32:

    Moin Anne,

    ich benutze Evernote auch schon ziemlich lange und kann mir den Alltag damit gar nicht mehr vorstellen. Ich habe fürs Bloggen z.B. Notizbücher angelegt, die den Workflow bis zum veröffentlichten Post wiedergeben: Blogideen > Bilder fehlen > Korrektur lesen > Veröffentlicht. Da ich sehr gerne vorblogge, benutze ich die Erinnerungfunktion für das Veröffentlichungsdatum – dann kann ich den Beitrag in verschiedenen Netzwerken teilen.

    Toller Artikel, vielen Dank!

    Daniela

  5. Verena am 5. März 2015 um 13:12:

    Evernote habe ich auch mal benutzt, allerdings habe ich da zu viel drin gespeichert (interessante Websites etc), sodass der gratis Speicher schnell voll wurde. 😉

    Hast du dir denn auch schon das passende Notizbuch von Moleskine angeschaut?

    • Anne am 6. März 2015 um 6:31:

      Wtf, es gibt ein Evernote-Moleskine? oO
      Das ist ja cool… wobei ich erst ein paar Notizhefte vollkriegen muss, ich hab so viele. ^^

      • Verena am 6. März 2015 um 17:53:

        wie, du wusstest das noch nicht? Notizbücher kann man nie genug haben!

        • Anne am 7. März 2015 um 22:19:

          Naja, ich versuche meistens, nicht so viel „unbenutzte“ Dinge zu haben… ich benutze eigentlich auch immer genau ein Duschzeug, und erst wenn das leer ist, fange ich das nächste an. Ist mit Notizheften so ähnlich… zu viel Angefangenes gleichzeitig macht mich irgendwie nervös. ^^

          • Anne am 7. März 2015 um 22:19:

            (Wobei ich heute Abend tatsächlich ein neues Moleskine eingeweiht habe. 😀 Aber nur ein kleines, das „Art Plus Sketch Album“. 😀

  6. Paleica am 6. März 2015 um 8:55:

    ich muss mir UNBEDINGT mal die zeit nehmen, das wirklich auszuprobieren. mir fehlt so eine richtig praktische notizbuchapp und ich habe hier überall post-its kleben (ich fühle mich sehr retro!). evernote habe ich schon 2x runtergeladen und 2x wieder gelöscht, weil ich nicht warm geworden bin damit, aber es schwärmen so viele davon.

  7. […] klassische Version und Laura macht leckeres Bruschetta. Außerdem stellt Anne noch das Notizsystem Evernote […]

  8. Bina am 21. März 2015 um 10:56:

    Evernote nutze ich auch schon einige Zeit für alles. Ich habe erst die Premium-Version ein Jahr kostenlos getestet (das war so eine Telekom-Aktion), danach habe ich mich entschieden, diese weiter zu verwenden. Ich finde die Versionierung von Notizen dabei gut, und auch, dass gelöschte Notizen wieder hergestellt werden können.
    Das Teilen von Notizen habe ich erst zu Beginn dieses Jahres angefangen. Und zwar habe ich auf meinem Blog eine Liste der Buchreihen – das Pflegen in HTML ist denkbar anstrengend, deswegen habe ich einfach auf eine Evernote-Notiz verlinkt, bei der die Pflege doch deutlich leichter fällt. Hier ein Beispiel für meine Liste begonnener Krimis und Thriller: https://www.evernote.com/shard/s513/sh/cbef9a49-b351-4ae4-986e-693bd8ce4fae/e73cee5fc7af8dcf

  9. Tanja am 29. März 2015 um 12:10:

    Mir scheint, als müsste ich mich wirklich mal genauer damit befassen … Ich habe Evernote schon einige Jahre ungenutzt auf meinem Handy – beschäftigt habe ich mich allerdings nie damit, trennen wollte ich mich aber auch nie davon, weil ich immer so viel Gutes höre. Für mich ist es allerdings schwer, daran zu denken Notizen in Evernote zu verfassen. Ich mache es noch auf die „gute alte Variante“ mit der Notizfunktion in meinem Handy. Ich notier mich auch fast alles und ich würde wahrscheinlich nicht in Evernote das neuste Halsschmerzenmittel aufschreiben, von dem ich gehört habe, dass es gut sein soll. Dann würde ich theoretisch meine Notizen trennen. Ich weiß nicht, ob ich das so umsetzen könnte. 😛 Aber gut, es müsste auf einen Versuch ankommen. Ich werde mich dann die nächsten Tage auch mal richtig mit Evernote auseinandersetzen 🙂

  10. Mircow am 19. Juli 2015 um 2:53:

    Ich finde Tools a la Evernote super – u.a. wegen der Synchronisation – aber manchmal muss ganz oldschool doch ein Zettel herhalten. 😉

  11. Okel am 28. Oktober 2016 um 14:22:

    Evernote hat mir lange Jahre mit seinem Elefantengedächtnis treu zur Seite gestanden. Nach meinem Glauben auch die Daten sicher verwahrt. Bis vor kurzem. Nun werden alle meine Daten und die von 200 Millionen Kunden bei Google gehostet. Tschüss Evernote.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.