Brauchst du wirklich Clickbait-Überschriften?

Brauchst du wirklich Clickbait-Überschriften?

27. Februar 2016 - zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2016

„Du musst bessere Überschriften schreiben!“ – Seit einiger Zeit ist die Blogosphäre voll mit Tipps, wie aus einer popeligen 08/15-Überschrift ein Marketingkracher wird. Großartige Überschrift = mehr Aufrufe = mehr Leser, so ist der Plan. Und welcher Blogger will nicht mehr Leser haben?

Klar, dass immer mehr Blogs diese Tipps beherzigen. Leider mit einer unbeabsichtigten, unschönen Folge… – aber lass uns vorne anfangen und nochmal kurz rekapitulieren, warum Überschriften überhaupt so mächtig sind:

Wieso Überschriften so verdammt wichtig sind

Die Überschrift ist der aller-, allerwichtigste Teil deines Blogposts! Denn oft ist sie das Einzige, was von deinem Beitrag angezeigt wird: in den Google-Suchergebnissen, in der Timeline sozialer Netzwerke, im Feedreader, auf den Archivseiten deines Blogs und so weiter.
Jede Menge Leute sehen deine Überschriften!

Der Knackpunkt ist: nicht jeder, der deine Überschrift gesehen hat, ruft tatsächlich deinen Artikel auf. Ein Haufen Leute liest deine Überschrift – aber nur ein Bruchteil davon liest denn auch tatsächlich jenen großartigen Beitrag, in den du doch so viel mehr Zeit und Herzblut gesteckt hast als in den ömmeligen Titel.

Beobachte dich mal selber: an wie vielen Beitrags-Snippets scrollst du dich tagtäglich vorbei und wie viele davon klickst du tatsächlich an?
Berühmt ist da ein Zitat von David Ogilvy, dem vermutlich bekanntesten Werbetexter der Welt. Was er vor einigen Jahrzehnten über Zeitungsartikel sagte, trifft im Internet wohl noch krasser zu:

On the average, five times as many people read the headline as read the body copy.

Laut Ogilvy wird die Überschrift also von durchschnittlich fünfmal (!) so vielen Leuten gelesen wie der eigentliche Inhalt. Das ist natürlich ein ziemlich maues Verhältnis.

Die gute Nachricht: du kannst das beeinflussen!
Indem du bessere Überschriften schreibst, die mehr Leute neugierig machen, werden mehr Leser deinen Artikel aufrufen. Und wenn der Beitrag dann auch noch gut geschrieben ist, lesen die Leute ihn auch komplett. Ta-daa, sounds like a master plan, ne? 🙂

Großartige Überschrift = mehr Aufrufe = mehr Leser. Klick um zu Tweeten

Was gute Überschriften ausmacht

… darüber sind etliche Bücher und noch viel, viel mehr Artikel geschrieben worden. Längst beschäftigen sich nämlich nicht nur Marketing-Profis damit, sondern eben auch Blogger.
Wenn du die vergangenen beiden Jahre nicht hinter dem Mond verbracht hast, bist du sicher auch schon über den ein oder anderen Beitrag dazu gestoßen. Auch hier im Blogdings habe ich vor einiger Zeit darüber gebloggt, ob du gute Überschriften schreibst.

Nun ist das Thema so komplex, dass man es unmöglich in einem einzigen Beitrag abhandeln kann. Wenn du tiefer in die Materie einsteigen willst, empfehle ich dir Vladis affenblog, der dazu mittlerweile ein ganzes Dutzend Artikel geschrieben hat.

Warum so viele Überschriften mittlerweile nerven

Okay. Jetzt hast du also diese ganzen schlauen Artikel gelesen und weißt bestens über die perfekte Überschrift Bescheid. Hast gelernt, dass die Leute da draußen auf Listen abfahren („5 Tipps für…“, „11 Gründe warum…“). Formulierst emotional. Machst deine Leser neugierig. Liebst plötzlich Formulierungen wie „Warum du…“ oder „Wie du endlich…“.
Und so weiter. Du machst alles richtig.

Es gibt nur ein Problem an der Sache: es nervt.

Du bist nicht der Erste, der diese ganzen kleinen marketing-psychologischen Tricks anwendet. Wie gesagt, allein in der Blogosphäre sind das alles längst keine Geheimtipps mehr. Seiten wie heftig.co mit ihrem typischen „Sie hat nur xyz gemacht, aber dann passiert etwas Unglaubliches“ sind da nur die Spitze des Eisbergs.

Das Internet ist mittlerweile einfach voll von diesen ganzen stereotyp formulierten Überschriften! Und nicht nur „das Internet“ da draußen, sondern auch die verhältnismäßig beschauliche deutschsprachige Blogosphäre. Wir feiern unsere Individualität und Kreativität – und verpacken sie dabei möglichst massenkompatibel, klick-optimiert.

Wir Blogger feiern unsere Individualität und verpacken sie schön massenkompatibel klick-optimiert. Klick um zu Tweeten

Das Phänomen hat natürlich längst auch einen Namen bekommen – Clickbaiting, zu deutsch: Klick-Köderei. Man greife also tief in die Trickkiste der Effekthascherei, damit möglichst viele Leute einen Link anklicken.

Das Dilemma

Diese verfluchten Überschriften funktionieren, ja. Ich kann das selber hier vom Blogdings her bestätigen. Ob ein Beitrag mäßig oft gelesen wird oder ob die Klickzahlen durch die Decke gehen, hängt nur teilweise vom Inhalt ab – die Formulierung der Überschrift macht eine Menge aus.

Es wäre blöd, diese Chance nicht zu nutzen. Ich will, dass meine Artikel gelesen werden – sonst würde ich nicht bloggen.

Und gleichzeitig stößt es mich ab, wie ausgelutscht diese Formate mittlerweile sind. An allen Ecken und Enden tauchen die gleichen Überschriften-Muster auf, 7 Rezeptideen hier, 10 Plugin-Must Haves da. Ich weiß nicht, wie es dem „Otto Normalsurfer“ geht, der Inhalte im Netz nur konsumiert, nicht produziert. Ob mir das nur so stark auffällt, weil ich als Blogger einfach stärker auf so etwas achte, da sensibilisiert bin.

Teilweise kann ich Blogs einfach nicht mehr ernst nehmen, die jeden Artikel mit einer Schlagzeile pushen. Schon gar nicht, wenn es sich nicht um einschlägige Portale wie heftig.co handelt, sondern um „normale“, mehr oder weniger private Blogs, die einfach auch ein Stück vom Kuchen abhaben wollen.

Als Blogger stehst du also vor einem Dilemma:

  • Wenn du langweilige Überschriften schreibst, wird dein Blog weniger gelesen und du „verschenkst“ potentielle Leser.
  • Holst du zu sehr mit der Clickbait-Keule aus, verlierst du deine Glaubwürdigkeit.

Und was machen wir jetzt?

Tja. Was tun, spricht Zeus…
Die Lösung liegt, denke ich, wie so oft im gesunden Menschenverstand.

Dass diese ganzen Überschriften-Formate für sich genommen klasse sind, lässt sich einfach nicht leugnen. Es wäre in der Tat doof, diese Potentiale nicht zu nutzen!

Es kommt einfach drauf an, dass du es nicht übertreibst, nicht eintönig wirst und natürlich, dass du deine Leser nicht veräppelst.

Denn wo genau verläuft die Grenze zwischen marketingtechnisch großartigen Überschriften und tatsächlichem Clickbaiting? – Größtenteils hängt das vom Content ab. Wenn dein Artikel tatsächlich wertvoll und qualitativ ist, bist du schon mal auf der sicheren Seite. Was passiert andernfalls, wenn eine Seite zwar mit wer weiß wie verlockenden Überschriften ködert, sich die Inhalte aber als belanglos herausstellen? Dann ruft man die Seite ein-, zweimal auf, kommt aber nicht wieder. Das willst du als Blogger nicht, dein Ziel ist eine treue Stammleserschaft.

Hilfreich ist außerdem, wenn du für Abwechslung sorgst. Es gibt ja durchaus verschiedene Formeln für gut performende Überschriften, da kannst du ruhig mit verschiedenen Typen spielen. Eine ziemlich große Auswahl präsentiert zum Beispiel das Team von CoSchedule, was die 43 erfolgreichsten Überschriften-Formeln analysiert hat.

Also… nutze die Macht deiner Überschrift, aber übertreib es nicht mit den immer gleichen Stereotypen. Dann bleibt die Blogosphäre auch so bunt und abwechslungsreich, wie wir sie lieben.
Oder, wie der Kölner sagt: mach et jot, ävver nit zu oft.

Fazit

Eine gute Überschrift ist verdammt wichtig, damit dein Artikel überhaupt aufgerufen und gelesen wird. In letzter Zeit sind Tipps für perfekt formulierte Überschriften recht populär geworden – mit der Folge, dass leider überall in der Blogosphäre die immer gleichen Schemata benutzt werden. Das ist nicht nur langweilig, sondern auch nervig.
Was du tun kannst? – Keine Sorge, du musst nicht auf diese marketing-technisch erfolgreichen Überschriften verzichten! Aber setze sie mit Bedacht ein und sorge mit verschiedenen Formulierungen für Abwechslung.

… und du?

Achtest du darauf, wie du deine Überschriften formulierst?
Geht dir dieser Trend mit den stereotypen Überschriften auch auf den Keks?
Und, um auf den Titel dieses Beitrags zurückzukommen: findest du, dass man solche starken Überschriften heutzutage braucht, um wahrgenommen zu werden?
Was sind deine Erfahrungen mit Überschriften?

    Kommentare

  1. Jenny am 27. Februar 2016 um 1:08:

    Das unterschreibe ich so.

  2. Thomas am 27. Februar 2016 um 1:27:

    Applaus! Wieder mal voll meine Meinung getroffen. Aber, das bin ich ja gewohnt hier.

    Mich nerven diese Überschriften extrem, sie sind irgendwie ausgelutscht, so 2015. 🙂

    Mittlerweile schrecken die mich eher ab, als dass sie mich zum Lesen des Artikels motivieren. Aber die großen Bloggergurus sagen immer noch, das muss man machen. Gut, dass man dem aber nicht folgen muss.

    Meine erfolgreichste Überschrift, mit dem meistgelesenen Beitrag auf meinen Blogs, lautet übrigens „Kernel_Task CPU Fehler beim MacBook beseitigen“. Da bin ich froh zu sehen, das offensichtlich der Inhalt auf lange Sicht nochnmehr wert ist als die Super-Duper-Überschrift.

    LG Thomas

    • Anne am 27. Februar 2016 um 8:59:

      Hej Thomas,

      da bin ich ja beruhigt, dass es nicht nur mir so geht. 😉

      Deine Überschrift zielt halt auf genau diesen Suchbegriff ab, sowas funktioniert oft ziemlich gut. Longtail ftw!

  3. Dirk am 27. Februar 2016 um 2:15:

    Grandios Anne. Die bringst es in deinem persönlichen Stil sehr detailiert und gezielt auf den Punkt. Dieses typische „die Must haves..“ oder die typischen „die 5“-dies oder das, es ist wie eine virtuelle Seuche und es scheint immer mehr zu werden.
    Nichts an meinen Artikeln überdenke ich so oft und so gezielt wie meine Überschriften. Seit meinen letzten Beiträgen überdenke ich die Überschrift als letztes. Die Überschrift sollte nicht alles verraten, sondern ein Interessenwecker sein. Nicht jeder Stil paßt zu jedem Beitrag.

    Braucht man solche starken Überschriften? Ich finde, dass ist abhängig von der Zielgruppe und von dem Thema. Grundsätzlich sollte man dem Leser mit Überschriften auch mal Spielraum für mehrere Gedankengänge lassen.

    lg Dirk

    • Anne am 27. Februar 2016 um 19:15:

      Hallo Dirk,

      „Nicht jeder Stil paßt zu jedem Beitrag.“ – word! Vielleicht ist es auch das, was mich teilweise so stört… dass da Marketing-Stilmittel eingesetzt werden, die für ein Business vollkommen stimmig sein mögen, aber beim „Dackelblog von umme Ecke“ 😉 einfach irritieren.

  4. Michaela am 27. Februar 2016 um 2:37:

    Liebe Anne,

    du triffst es perfekt. Mir geht dieses Klick-geile-Gehabe auch mächtig auf die Nerven. Ich weiß, wir wollen alle gelesen werden. Ich mag einfach solche Überschriften nicht und wenn ich selber mal dazu gegriffen habe, dann habe ich mich schrecklich gefühlt. Ich bin das einfach nicht und ich will das auch nicht sein.
    Jedem sein eigenes Ding, wer Mainstream mag, soll ihn bedienen. Ich bin jedenfalls gerade happy, dich entdeckt zu haben.
    Danke.
    Liebe Grüße Michaela

  5. Ina Degenaar am 27. Februar 2016 um 9:50:

    Liebe Anne,
    so ist es! Ich lese Artikel schon gar nicht mehr, die mit solchen sensationsgeilen Überschriften daherkommen oder vom Voyeurismus der Leser profitieren wollen. Das ist wie mit jedem Hype: Irgendwann ist der Zenit überschritten und der Drops gelutscht.
    Liebe Grüße
    Ina

  6. Ulrike am 27. Februar 2016 um 9:55:

    Liebe Anne,
    Du hast mir ganz aus der Seele geschrieben! Ich bin soweit, dass ich Artikel, die z.B. das Wort „ultimativ“ enthalten oder anfangen mit „50 ultimative Tipps, warum Du… musst“ gar nicht erst angucke…
    Ich habe auf meinem Blog ein wenig experimentiert mit Überschriften, da ich mir bewusst bin, dass Überschriften nicht gerade meine Stärke sind. Die Überschriften meiner meist gelesenen Artikel sind eher Suchwort bezogen. Wie z.B. „Perlen des Himmels“ oder auch „Hände weg vom Pfefferspray unterwegs!“ Artikel mit Listen-Überschriften liegen bei mir eher im Mittelfeld. Aber vielleicht bin ich auch deshalb nicht unter den Top10 der Reiseblogger. Und das macht gar nichts. Mein Blog wird gelesen, und eben von interessierten Menschen und nicht von Leuten, die einfach mal so auf einen Köder rein fallen.
    Herzlichen dank für Deinen Artikel!
    Beste Grüße
    Ulrike

    • Anne am 27. Februar 2016 um 19:20:

      Hallo Ulrike,

      ha, mir geht’s genau so… manch eine Wortwahl klingt einfach schon so reißerisch, dass man schon gar keinen qualitativ hochwertigen Inhalt mehr erwartet.

  7. Katharina Lewald am 27. Februar 2016 um 10:15:

    Hi Anne, prinzipiell gebe ich dir recht. Allerdings vermisse ich eine Erklärung des Unterschieds zwischen Clickbait-Überschriften und Nicht-Clickbait-Überschriften. Clickbait-Überschriften lassen nämlich meistens etwas offen und spielen mit der unbändigen Neugierde des Menschen. Nicht-Clickbait-Überschriften tun das nicht. Ich persönlich sehe da jedenfalls einen großen Unterschied. Und ich kann es auch verstehen, dass viele die gleichen Überschriften schreiben: Wie du sagst, es funktioniert. Und bevor weitere 3 Stunden draufgehen, nur um eine einigermaßen „kreative“ Überschrift zu haben, die trotzdem geklickt wird, greife ich lieber auf das zurück, was sich bewährt. Außerdem klicke ich auch selbst nur gute Überschriften an, von daher sehe ich das Ganze nicht so eng. LG Katharina

    • Anne am 27. Februar 2016 um 19:26:

      Hallo Katharina,

      mh, stimmt – Clickbait-Überschriften leben davon, dass sie den Inhalt nicht nur angeben, sondern auch auf ihn neugierig machen.

      Was macht für dich denn eine gute Überschrift aus?

      Liebe Grüße
      Anne

  8. Hien am 27. Februar 2016 um 12:30:

    Hallo 🙂
    Zunächst mal, ist das ein sehr schöner Beitrag. War super zu lesen und an manchen Stellen ertappte ich mich dabei wie ich nickend die Zeilen durchgelesen habe.

    Vielleicht bin ich bei dem Thema etwas altmodisch, doch ich blogge zum Beispiel einfach für mich. Mein Blog muss nicht unbedingt viele Leser haben und daher auch keine mit Überschriften anködern. Natürlich freue ich mich darüber wenn manche über meinen Blog stolpern und sich das eine oder andere durchlesen. Jedoch soll mein Blog diese Tagebuch-Mentalität beibehalten.

    Ich selbst lese total ungern diese „5 Tipps für..“ und ähnliche Überschriften-Beiträge. Ich finde diese, wie du schon sagtest, nervig und unkreativ. Ich mag Blogs die mehr Persönlichkeit haben, die wirklich etwas erzählen, dass nicht jeder Blogger und Youtuber schon mal durchgekaut hat und vielleicht sogar eine eigene Meinung haben. Von daher, werden die meisten Beiträge mit genau solchn Überschriften von mir eher selten angeklickt.

    • Urs am 9. März 2016 um 23:27:

      Hui, da gehe ich doch glatt mit. Mir eigentlich egal ob ich auf Platz 5 bei Google bin. Die Überschriften passen zum inhalt und präsentieren diesen in kurzen Worten. Vielleicht intetessant für einen „überflieger“. Vielleicht auch nicht. Ich schreibe (noch) nicht für Geld, sondern für Spannende Geschichten. Und „thats what Blogging is about“. Bei den vielen Stereotypen Clickabyte Ködern Sticht so ne „Normale“ Übetschrift schon fast wieder raus 😉
      Danke für den sehr Aufschlusreichen Artikel. Jetzt weiss ich dass ich mein Ding einfach wie bisher durchziehen werde -fu&# the mainstream!
      Urs

  9. Evy am 27. Februar 2016 um 13:16:

    Schön, dass du das Thema ansprichst, auch wenn es für mich erst im letzten Viertel wirklich interessant wird.

    Wenn ich solche reißerischen Überschriften lese, vermute ich meist, dass der ARtikel so schlecht ist, dass ich nur mit einer guten Überschrift zum Klicken verführt werde.

    Ich denke, es kommt auf das Thema und das Vertrauen der Leser an.

    Bei Buchblogs lese ich gern Autor und Titel in der Überschrift – zum Ködern mittels Schreibstil und Ausstrahlung nutze ich den ersten Absatz. Denn als Leser will ich zuerst wissen, ob der Blogger über ein Buch berichtet, dass mich interessiert. Der Inhalt steht im Vordergrund und darf geradlinig formuliert sein.

    Bei Mode- und Lifestyleblogs, Blogs, die Lebensgefühl und Gedanken statt Produkte „verkaufen“, kann es poetischer werden und verrückter werden. Wäre sogar lustig zu lesen „50 Arten, in diesem Mantel NICHT zu frieren“ 🙂

    Das Problem ist: Man will neue Leser anlocken und die alten nicht verschrecken. Wenn ein Outfitpost überschrieben ist mit „Im Westen geht die Sonne auf!“, kann das unter Stammlesern für Lächeln sorgen, weil das der Stil des Autors ist. Neue Leser vermuten dahinter einen Gedankenstrom oder etwas anderes. Enttäuscht man diese, sind sie weg.

    Daher: Eine Überschrift sollte etwas Eigenes haben, aber zum Thema passen.

    Die Idee mit der Variation finde ich gut!

  10. Judith P. am 27. Februar 2016 um 14:50:

    Hey Anne,
    ja ein bisschen nerven mich diese Überschriften auch und vor allem der 15. Artikel zu dem Thema. Haha, deshalb lese ich den hier auch grad.

    Aber funktionieren tut es trotzdem. Ich klicke eben auch lieber solche Überschriften (10 Plugin Empfehlungen) an.
    Was ich gar nicht mag sind so philosophische Überschriften z.b. „Ein Tag im gestern“ oder „Gedanken zum ich“. Da weiss ich überhaupt nicht, worum es in dem Artikel geht. Dann lieber sehr direkt.
    Und was ich mir einfach übersehen habe sind so Sachen von heftig und co. Anfangs habe ich da mal geklickt, aber dann waren die Sachen oft doch nicht so interessant.

    Ich finde ganz wichtig, wenn man eine reisserische Überschrift nimmt, sollte der Artikel auch wirklich spannend sein.

    Ansonsten mag ich einfach am liebsten Überschriften die klar sagen worum es in dem Artikel geht z.B. „Unser Urlaub in der Türkei“. Das ist zwar relativ langweilig, aber ich weiss immerhin worum es geht und die Suchmaschine auch.

  11. Vicky am 27. Februar 2016 um 17:57:

    Wieder mal ein super Beitrag von dir!

    Ja, diese Click-Bait-Überschriften gehen mir wirklich super auf den Keks, mein Dilemma damit ist aber, dass ich es verstehen kann.
    Natürlich möchte man, dass der Beitrag gelesen wird, in den man meistens wirklich viel investiert hat. Aber ich glaube tatsächlich, dass diese Überschriften nicht der richtige Weg dazu sind. Wie du schon sagtest: tolle Überschrift, schlechter Artikel = möh. Niemand wird mehr zurück kehren. Leider braucht man trotzdem eine wirklich gute Überschrift, um wirklich mit seinem Artikel aufzufallen.
    Trotzdem ist es mir immer noch lieber ich habe einen mittelmäßigen Titel in dem der Leser sieht, wo rum es geht aber dafür mehr oder weniger hochwertigen Content als so ein Click-Baiting-Titel.

  12. Miss Achtung am 27. Februar 2016 um 20:39:

    Voll voll voll… Denke ich mir auch oft. Aber ich muss sagen, dass mich diese Überschriften selten nerven. Sie fallen mir halt auf. Aber trotzdem: Ich weiß dabei genau worauf ich mich einlasse. „5 Lieblingsprodukte“ – ich weiß vorher, da werden mir nur 5 und keine 20 Produkte angezeigt, also kann ich es ‚mal eben lesen. Es sagt mir, dass ich nicht gleich mit Produkten überschwemmt werde. 🙂

  13. Verena am 27. Februar 2016 um 21:08:

    dazu der Bildblog: http://www.bildblog.de/77101/fuer-sie-geklickt/ 😃 Die Bravo übertreibt mit ihrem Clickbait.

    Vor 2 Jahren, als ich mich mal mit SEO und dem Kram befasst habe, habe ich versucht, meine Überschriften nach dem Motto „5 Tipps für X“ zu schreiben, aber nach einer Weile ging mir das selber auf den Zeiger

  14. Leeri am 28. Februar 2016 um 0:46:

    Du sprichst mir total aus der Seele.
    Diese ganzen Tipps a la Affenblog, nee, da kommt es mir einfach hoch. Der Versuch, einfach die komplette Blogosphäre stumpf zu professionalisieren ist so gar nicht nach meinem Geschmack. Da geht jede Persönlichkeit flöten und die Tipps machen einfach jeden Blog kaputt. Ich mag keine künstlich gepushten Blogs, wo alles perfekt gestaltet ist, die Überschriften on point und das SEO nach dem neuesten Stand. Ich mag Leute mit einem eingenwilligen Schreibstil, verworrenen Gedankengänge sind mir lieber als die 10.000sten „5 Sachen, die du unbedingt tun musst“. Das ist einfach Persönlichkeit für mich statt glattpoliertem Magazin. Und oft sind diese Listenposts so herrlich inhaltslos…als bräuchte man einen schnellen Lückenfüller. Das machen aktuell irgendwie sehr viele v.a. Lifestyleblogs. Da kann ich meistens nichts zu kommentieren. Wenn dagegen eine Geschichte erzählt wird…sehr gerne!
    Toller Artikel, Anne!

  15. Biene am 28. Februar 2016 um 13:11:

    Ja, Clickbait à la „heftig“ ist extrem ätzend. Ja, die Leute gehen trotzdem auf die Seite.

    Am Ende muss halt jeder selbst entscheiden, wie er es mit seinen Überschriften handhaben will. Ich für meinen Teil will darin direkt sagen, worum es im Beitrag geht: also z.B. um ein DIY für eine Gipsschale. Guess what, im Beitrag gibt es eine Anleitung für eine selbstgemachte Schale aus Gips! Die Leute möchten eben bekommen, was sie anklicken.

    So funktioniert es für mich am besten, und für die SEO ist es auch nicht übel.

    LG Biene
    http://lettersandbeads.de

  16. Anke am 28. Februar 2016 um 13:35:

    Hallo Anne,

    ich bin gerade über den Blogger Comment Day bei dir gelandet und bereits dein Blogname ließ mich schmunzeln und weckte mein Interesse…besser als jede Überschrift es könnte. Nichtsdestotrotz danke für das Erden. Nicht jeder Beitrag muss wie aus der Fabrik aussehen. Das Grandiose am Bloggen ist ja das Persönliche, die Geschichten, die geschrieben werden und wenn sie dann noch so sympathisch rotzig sind wie deine…immer her damit.

    Hab noch einen schönen Sonntag.

    VG Anke

  17. Tanjas Bunte Welt am 28. Februar 2016 um 14:39:

    Hallo Anne,
    eine gute Überschrift ist das A und O und sollte zum anklicken bzw. das Interesse des Lesers wecken. Bei mir macht das sicher keine 5 Tipps für und 8 Gründe deshalb. Bei meinen Stammblogs die ich lese ist es mir ehrlich gesagt egal, da ich hauptsächlich am Inhalt interessiert bin. Um aber neue Leser (auch ich bin als Blogger ein Leser) „anzulocken“ sollte in der Überschrift etwas Packendes, Sinnvolles und leicht Aufschlussreiches über den Inhalt stehen. Es ist immer schwierig und oft hat man den Blogbeitrag fertig und es fällt einem keine passende Überschrift ein und grübelt tagelang.
    Liebe Grüße und schönen Sonntag
    Tanja

  18. Veronika am 28. Februar 2016 um 15:23:

    Hallo Anne,

    sehr schön geschrieben und genau auf den Punkt gebracht! Ich habe eigentlich noch nie über meine Posttitel nachgedacht, das wird in Zukunft dank dir auf jeden Fall anders sein. Danke!

    Viele liebe Grüße
    Veronika | Second Sense Design

  19. Flo Eyeliner am 28. Februar 2016 um 18:06:

    Du hast es auf den Punkt gebracht!
    Natürlich versuche ich als Blogger, dass meine Überschrift potenzielle Leser anzieht. Allerdings sollte die Headline zum Inhalt passen! Vor allem auf YouTube fällt es mir extrem auf, dass viele Leute eine Überschrift nehmen, um mehr Zuschauer anzulocken.

  20. mupshimallow am 28. Februar 2016 um 18:38:

    Hallo Anne,
    ich bin über den BloggerCommentDay auf dich gestoßen. Ein ganz toller Beitrag, gespickt mit so vielen zusätzlichen Links/Informationen. Die Überschrift für einen Post finde ich tatsächlich auch immer am aller schwierigsten… Vielleicht sollte ich die „Geständnisse eines Werbemannes“ auch mal wieder rausholen 😉 hab mich sehr gefreut, das Zitat in deinem Beitrag zu lesen.
    Liebe Grüße mupshimallow

  21. Alison am 28. Februar 2016 um 19:23:

    10 Dinge, die dein Leben verändern : D
    Ja, auch ich habe mal so ne blöde Überschrift genommen, aber aus dem Grund, weil mir keine andere eingefallen ist. Bei Überschriften nehme ich immer Wörter, die Im Text vorkommen, also diesen Beschreiben. Was bei einigen schon sehr schwer ist und dann muss diese Überschrift auch noch neugierig machen. Ich bin da ganz schlecht drin.. Vermutlich verschenke ich deshalb auch ganz viele potenzielle Leser. Ich sollte mir definitiv mehr Gedanken zudem Thema machen. Auf dem Affenblog hatte ich da auch schon mal einen guten Artikel zu gelesen.

  22. Julia Knight am 28. Februar 2016 um 19:29:

    Ein toller Artikel, denn es geht mit wie dir, ich finde die „7 Tips für/um…“ prinzipiell okay, nur wenn mich der Inhalt enttäuscht, dann klicke ich garantiert nicht noch einmal auf einen solchen Beitrag vom besagten Blogger. Und dass diese Überschriftentypen mittlerweile sehr ausgelutscht sind, empfinde ich ganz ähnlich, muss aber auch gestehen, dass sie mich trotzdem magisch anziehen 😀

    Liebe Grüße
    Julia

  23. Uschi aus Aachen am 28. Februar 2016 um 20:35:

    Ich gestehe, bei mir geht immer Sprachspielerei vor Clickbaiting… Und jedesmal nehme ich mir hinterher = zu spät vor, meine Überschriften „klüger“ zu formulieren. Aber was, wenn meine Leser genau meinen Stil lieben? Wie man es macht, ist es falsch… 😉

    • Anne am 2. März 2016 um 7:37:

      Hallo Uschi,
      „was, wenn meine Leser genau meinen Stil lieben“ – guter Punkt!
      Wenn du herausfinden möchtest, welche Art von Überschriften bei deinen Lesern besser ankommt, könntest du einen A/B-Test durchführen. Sprich, du legst verschiedene Variationen deiner Titel an, und anschließend wird beispielsweise 50% deiner Leser die eine Version angezeigt und 50% die andere. Dann siehst du, welche Version öfter angeklickt wird und demzufolge bei denen Lesern besser ankommt.
      Für WordPress funktioniert das gut mit dem Plugin Title Experiments Free, wobei ich da eh mal ein Tutorial drüber schreiben wollte. 🙂

  24. Suzu am 29. Februar 2016 um 9:13:

    Clickbaiting geht mir dermaßen auf den Senkel. Ich falle ja auch regelmäßig darauf herein. Die Überschriften suggerieren: „Das MUSST du lesen!“ Und wenn ich’s dann mache? Mäh~~~ viel Hype um wenig Infos oder Schwachsinn. Gerade Huffington Post macht das sehr gerne. Manche Überschriften – teilweise auch auf Blogs – haben für mich schon fast BILD-Niveau. Dabei finde ich diese Überschriften a la „10 Dinge, die Blogger wissen müssen“ nicht schlecht. Mir stören nur reißerische/hetzende Überschriften.

  25. Sabienes am 1. März 2016 um 17:42:

    Du hast sowas von Recht! Wenn nämlich alle diese wunderbaren Ratgeber zur Blogoptimierung lesen, sind irgendwann mal alle Blogs gleich optimiert – und ein einziger Brei geworden.
    LG
    Sabienes

    • Anne am 2. März 2016 um 7:26:

      Jep! Wobei ich halt schon finde, dass Optimierung nicht gleich Optimierung ist – das Umsetzen grundlegenderer Tipps wie beispielsweise dafür zu sorgen, dass ein Blog auch auf dem Handy gut lesbar ist, macht halt noch keinen Einheitsbrei. Das kann ja ganz individuell umgesetzt werden. Bei solchen Themen finde ich es sehr begrüßenswert, wenn viele Blogs sie beherzigen – einfach weil dadurch die Qualität eines Blogs steigt. Aber Lösungen „von der Stange“ gehen halt oft zu Lasten der Individualität…

  26. Susanne am 3. März 2016 um 8:53:

    Hallo Anne 🙂
    Ich hab mir über die Überschriften noch nie so Gedanken gemacht…
    Aber ich glaube, dass ich das in Zukunft ändern werde 😉

    Mir fällt das mit den Überschriften zur Zeit vor allem auf YouTube auf…überall sieht man zur Zeit nur „Hack“-Videos und am Ende sind im Video gar nicht so viele Hacks, sondern auch DIYs oder Kaufempfehlungen…

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag!

    Susanne

  27. Christian am 3. März 2016 um 9:33:

    Toller Artikel, der genau meine Meinung trifft!

    Wenn die Blogger es schaffen, die sgn Clickbaits gemäßigt einzusetzen und dann auch noch guten Content verbauen, dann haben sie nicht nur die Chance auf viele Klick, sondern auch auf langfristige Leser.

    Nur mit Clickbaits hat man die Clicks, aber was mit bringt es, wenn der Leser wieder direkt verschwindet?

    Grüße
    Christian

  28. Bine | waseigenes am 3. März 2016 um 13:41:

    Absolut richtig! Ich kann diese „10 Dinge zu diesem und jenem“ Überschriften auch nicht mehr sehen.
    Ausgelutscht und abgegriffen!
    LG Bine

  29. Laura am 3. März 2016 um 14:24:

    http://larseidnes.com/2015/10/13/auto-generating-clickbait-with-recurrent-neural-networks/

    „In total, this gives us an infinite source of useless journalism, available at no cost. If I remember correctly from economics class, this should drive the market value of useless journalism down to zero, forcing other producers of useless journalism to produce something else.“

    Oder auch: wenn sich die Ueberschrift liest wie aus einem Clickbait-Generator, sollte sie vielleicht noch einmal überdacht werden 🙂

  30. Fabian am 4. März 2016 um 23:55:

    Ein sehr gutes Negativbeispiel, was Überschriften angeht, findet man meiner Meinung nach ständig auf Focus online. Oder anders gesagt – man kann es auch übertreiben mit „neugierig machen“ und Überschriften.

    Die hier verwendeten Überschriften versuchen so plump zum Lesen zu animieren, dass sie bei mir eigentlich ständig genau das Gegenteil bewirken.

    Eine gesunde Mischung aus „ein bisschen was verraten“ und dann doch „nicht zu viel“ finde ich am besten.

  31. Babsi am 9. März 2016 um 21:44:

    Diese Clickbaits regen mich mittlerweile schon so auf, besonders diese „Sie hat nur xyz gemacht, aber dann passiert etwas Unglaubliches“, die klicke ich schon absichtlich nicht mehr an, weil ich sowas nicht unterstützen möchte. Als Blogger muss man eine gesunde Mischung bei den Überschriften haben, aber weniger ist dann doch mehr denk ich. Was ich gehört habe will Facebook in Zukunft Clickbait Überschriften schlechter ranken, die werden also absichtlich weniger in der Timeline angezeigt. Vielleicht lernen die Leute dann ja drauß.

  32. […] Clickbait-Überschriften von Anne auf neontrauma […]

  33. Myriam am 25. März 2016 um 22:57:

    Hallo,

    ja diese tollen, optimierten Überschriften kenne ich auch. Aber leider wird zu selten im Artikel selbst das eingehalten was die Überschrift verspricht. x Tipps, die dein Leben verändern; x für Australien, die deinen Trip unvergesslich machen und mein persönlicher Liebling: die ultimative Packliste.

    Ich bin es einfach leid auf diese Überschriften zu klicken, zu oft wurde ich schon enttäuscht. Mein meist gelesener Beitrag heißt übrigens, total langweilig: „Reisebericht London“.

    VG Myriam

  34. Paleica am 12. Mai 2016 um 8:00:

    ich klicke seit einiger zeit ganz bewusst keinen einzigen artikel mehr an, der eine derartige überschrift enthält und ich bin einfach total enttäuscht, wenn blogger, die ich mag, diesem wahnsinn anheim fallen. ich finde es fürchterlich – vor allem, weil diese artikel dann selten halten, was die überschriften versprechen. ich bin sicherlich ein ganz miserables beispiel für überschriften, sie sind viel zu lang und unknackig und überhaupt nicht an diesen dingen orientiert. aber warum SEO zu meinem blog nicht passt, hab ich eh unlängst sehr umfangreich abgehandelt und ich glaube, sogar hier bei dir verlinkt. der artikel ist übrigens 2016 abgesehen von den magischen mottos beiträgen der mit abstand meist gelesenste, obwohl die überschrift keinem der angeratenen kriterien entspricht ^.^ aber ich kann natürlich schon verstehen, dass blogger, vor allem die, die geld verdienen wollen/müssen, mit diesen dingen arbeiten. ich glaube allerdings, dass das über kurz oder lang bei der breiten masse auch nicht mehr funktionieren wird. die menschen lernen ja auch und ich glaube, das ist, wie anfangs bei SEO – während damals weiß versteckte keywords die google-platzierung gesichert haben, bewegen wir uns da heute schon in anderen sphären.

    • Anne am 13. Mai 2016 um 5:42:

      Hej,

      da stimme ich dir zu – wenn quasi jedes Blog solche Überschriften einsetzt, dann verlieren sie auch irgendwann ihre Wirkung. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft da als neuen Trend bringen wird.
      Deine Überschriften mag ich übrigens gerade, weil sie so etwas Eigenes haben. 🙂

      Liebe Grüße
      Anne

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